Auf zum Frauenkampftag!

Auf zum Frauenkampftag!
Kundgebung zum internationallen Frauenkampftag am 8. März um 18 Uhr am Elisenbrunnen: FB-Veranstaltung

Aufruf:
Vor 100 Jahren am 8. März haben russische Textilarbeiterinnen ihre Arbeit niedergelegt und für „Brot und Frieden“ demonstriert. Damit haben sie den Anstoß zur Russischen Revolution gegeben, die den Zaren und die Kapitalisten davongejagt hat. In der Revolution erkämpften sich Frauen viele Fortschritte: das Wahlrecht, das Scheidungsrecht, das Recht auf Abtreibung, fortschrittlichen Mutterschaftsschutz, gleichen Lohn für gleiche Arbeit und vieles mehr.

Situation Heute
Von vielen Errungenschaften der russischen Frauen vor 100 Jahren können wir heute nur träumen. Im Jahr 2017 bekommen Frauen in Deutschland 21% weniger Lohn als Männer. Zum Teil liegt es daran, dass Frauen öfter Teilzeit arbeiten und dass frauendominierte Berufe allgemein schlechter bezahlt werden. Aber selbst bei gleicher Qualifikation und gleicher Stelle bleiben 8% Lohndifferenz.
Neben mieserer Bezahlung wird von Frauen erwartet, dass sie den Großteil der Hausarbeit erledigen – natürlich unbezahlt. Dabei sollen sie noch „attraktiv“ bleiben. Die Werbeindustrie vermarktet den weiblichen Körper als Ware und verbreitet unerreichbare „Schönheits“ideale. Ein Höhepunkt dieses Verwertungsdenkens spiegelt sich in Prostitution wider. Frauen dürfen über ihren Körper nicht selbst entscheiden – in den meisten Ländern der Welt ist Abtreibung entweder verboten oder an Bedingungen geknüpft. Das Ergebnis sind mehrere zehntausend Frauen, die jährlich bei illegalen Abtreibungsversuchen ihr Leben verlieren.

Das Märchen vom „fortschrittlichen und emanzipierten Westen“
Trotz des offensichtlichen Nachholbedarfs behaupten etablierte Politiker*innen, die Gleichberechtigung sei schon längst erreicht. Jetzt läge es an den Frauen selbst, sich in der Konkurrenzgesellschaft durchzusetzen.
Diese Politiker*innen, die immer dabei sind, die Gelder für Frauenhäuser zu kürzen, entdecken für sich den Feminismus nur dann, wenn es darum geht, ein „fortschrittliches“ westliches Frauenbild gegen ein fremdes „rückständiges“ zu verteidigen. Doch wie fortschrittlich kann ein Frauenbild eines Landes sein, in dem 40% der Frauen über 16 körperliche Gewalt erfahren haben? Sexismus und sexualisierte Gewalt sind nicht „importiert“, sondern sind ein unzertrennlicher Teil der alten, patriarchischen Strukturen.

Die Ursache bekämpfen – das Problem heißt Kapitalismus
Unser Feminismus hat den Anspruch, an den tatsächlichen Problemen anzusetzen. Wir kämpfen für Verbesserungen im Hier und Jetzt. Allerdings sind Errungenschaften im Kapitalismus nicht dauerhaft und werden uns unter anderen Kräfteverhältnissen wieder weggenommen.
In einem System, in dem die Wirtschaft den Profiten von Wenigen statt den Bedürfnissen von Vielen untergeordnet ist, ist die Befreiung der Frau nicht möglich. Der Kapitalismus profitiert davon, dass Frauen unbezahlt Hausarbeit übernehmen. Solange die Kapitalisten durch sexistische Vorurteile Frauen weniger bezahlen müssen, haben sie ein Interesse daran. Solange sie Extraprofite durch sexistische Werbung erzielen können, werden sie das tun.

Es ist ein gemeinsamer Kampf
Doch so muss es nicht sein. Die Russische Revolution hat es vorgemacht. Nur durch ökonomische Befreiung können Frauen emanzipiert werden.
Wir kämpfen für eine Welt ohne Diskriminierung, Armut und Mangel. Deswegen rufen wir alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Religion, ihres Geschlechts und Alters dazu auf, sich unserem Kampf anzuschließen!

Wir kämpfen für:

• Gleichen Lohn für gleiche Arbeit! Lohnerhöhung in frauendominierten Berufen!
• Besseres Angebot von gut ausgestatteten Frauenhäusern, Beratungsstellen und Notrufen!
• Abschaffung der diskriminierenden Abtreibungsparagraphen 218 und 219!
• Kostenlose ganztägige Kinderbetreuung – Ausbau von Angeboten und Investitionen im Erziehungsbereich!
• Vergesellschaftung der Hausarbeit – für flächendeckende und gut ausgestatte KiTas ab Geburt und Pflegeeinrichtungen, günstige Kantinen und Wäschereien!
• Gegen vorgeschriebene Familienentwürfe – Anerkennung aller Lebensstile! Eheprivilegien für Alle!
• Unser Feminismus kennt keine Grenzen: Bleiberecht für Alle!
• Keine profitorientierte Wirtschaft – für die Enteignung der Großindustrie und eine gesellschaftlich organisierte Produktion
• Für eine sozialistische Demokratie