Archiv für September 2014

Rojava & Nordirak: Kampf um Selbstbestimmung und Befreiung Kurdistans

Erfolgreiche Veranstaltung am Dienstag durchgeführt

Etwa 45 Interessierte beteiligten sich an der Diskussion zu der aktuellen Situation in Kurdistan. Seit mehreren Wochen treibt die Terror-Organisation Islamischer Staat dort ihr Unwesen und kommt ihrem Ziel, ein Kalifat über die Auslöschung von Jesiden und anderen Minderheiten zu errichten, immer näher.

Die angekündigten Redner, Ali Atalan und Marcus Hesse, gingen ausführlich auf die Hintergründe des Konfliktes ein, die in der öffentlichen Debatte immer wieder zu schnell unter den Tisch fallen. So ist der rasche Vormarsch der IS-Kämpfer ein direktes Ergebnis des Dritten Golfkrieges, der die Strukturen des irakischen Staates zerschlug. Währenddessen verstärkt die Politik der imperialistischen „Großmächte“, über Waffenlieferungen und Militäreingriffe ihre Interessen in der Welt durchzusetzen, die Spaltung der Krisengebiete.
Auf der anderen Seite ging es auch um die wirtschaftlichen Probleme der Region, in welcher, trotz der vielen vorhandenen Ölquellen, der Großteil der Bevölkerung in Armut lebt, was Nährboden für den IS generiert und den Terroristen die Möglichkeit verschafft, sich durch Lebensmittelverteilung beliebt zu machen. Diese Strategie der sozialen Versorgung verbunden mit radikaler Grausamkeit gegenüber Ungehorsam ermöglichte so schnelle Erfolge der Kämpfer.

Den Vorträgen folgte eine sehr kontroverse Debatte über die möglichen Waffenlieferungen an die Verfolgten. Das Meinungsspektrum erstreckte sich von der Forderung nach möglichst vielen Waffen über die Warnung, dass ihre Lieferung Abhängigkeit von den Lieferern bedeuten würde, bis hin zum kompletten Zweifel an der Hilfe der westlichen Mächte, deren NATO-Partner, Türkei, den IS mit Waffen ausrüste und gegen die Flüchtlinge mit Tränengas vorgehe.
Die teilweise sehr emotionale Diskussion zeigte, dass die Solidarität mit den Verfolgten sich nicht allein auf Waffenlieferungen belaufen könne. Weitere Signale der Verbundenheit gegenüber den Kurden, ob durch Geld- oder Sachspendensammlungen, die vor allem den Flüchtlingen zugute kommen, oder politische Unterstützung der Forderung nach der Entkriminalisierung der PKK, könnten von hier aus organisiert und umgesetzt werden.
Außerdem darf die Situation in Irak nicht zur Ausgrenzung der hier lebenden Muslime und religiöser Spaltung unserer Gesellschaft führen.

Die Veranstaltung endete mit einem Solidaritätsfoto und einer Spendensammlung für die verfolgten Kurden. Insgesamt wurden ca. 145€ eingesammelt.

Von Aleksandra

Organisiert euch!

BILDUNGSGERECHTIGKEIT ERKÄMPFEN ★ TTIP VERHINDERN ★ KRIEGE BEENDEN

Infoabend am 21.10. | 19 Uhr | Welthaus Aachen (An der Schanz 1 | Bus&Bahn „Schanz“)

Gerade das Abitur in der Tasche und endlich an der Uni: In Deutschland hängt dies mehr als in jedem anderen EU-Land von Geldbeutel und Sozialstatus der Eltern ab. Doch auch hier gehen die Probleme weiter: Überfüllte Hörsäle, verschulte Studiengänge und Prüfungsstress durch das Bachelor-/Master-System. Wer keine reichen Eltern hat, muss sich in miesen Nebenjobs ausbeuten lassen. Am Ende steht dann das Konkurrieren auf dem Arbeitsmarkt. In einer Gesellschaft, in der seit Jahren Arbeitsplatzvernichtung und Sozialabbau betrieben wird, werden prekäre Lebensverhältnisse zunehmend zur Normalität.

Gegenwärtig wird hinter verschlossenen Türen das Freihandelsabkommen TTIP zwischen EU und USA verhandelt. Es dient den Profitinteressen von Konzernen und hebelt demokratische Rechte aus. Denn Unternehmen dürfen gegen gewählte Regierungen klagen, wenn diese ihnen aus ihrer Sicht „Handelshemmnisse“ auferlegen. Als solche könnten Mindestlöhne, Sozial- und Umweltstandards und selbst kostenlose Bildung gelten.

Ob in der Ukraine oder im Irak: immer öfter entwicklen sich Konflikte zu ausgewachsenen Kriegen. Als einer der größten Waffenexporteure weltweit mischt Deutschland kräftig mit.

Wir wollen uns mit diesen Zuständen nicht abfinden!

Wir leisten Widerstand gegen TTIP und Kriege, gegen Rassismus, Sexismus und Umweltzerstörung. Wir kämpfen für gute und kostenlose Bildung für Alle. Gegen die herrschende Konkurrenzlogik stellen wir unsere Solidarität. Wir wollen das krisenbehaftete, verkommene kapitalistische System, in dem nur die Profite zählen, abschaffen und durch eine sozialistische Demokratie ersetzen.

Willst Du mit uns aktiv werden? Möchtest Du mehr über uns erfahren? Dann komm‘ zu unserem Info-Abend!

Rojava & Nordirak: Kampf um Selbstbestimmung und Befreiung Kurdistans

Info- und Diskussionsveranstaltung am 23. September 2014 | 19 Uhr | Linkes Zentrum Aachen | Augustastraße 69
Organisiert von linksjugend [’solid] Aachen und Kurdisches Volkshaus Aachen

>>Was passiert in der Region?
>>Infos über den Widerstand der KurdInnen gegen IS & Co
>>Welcher Weg zur Befreiung?
>>Möglichkeiten der internationalen Solidarität

Inmitten des syrischen Bürgerkrieges ist es den KurdInnen in Rojava gelungen, ihre Autonomie zu erkämpfen. In Westkurdistan wird um eine Alternative zu sektiererischem Glaubenskrieg und der Unterdrückung des Assad-Regimes gerungen. Kurdische KämpferInnen der YPG haben es auch vermocht, das Vordringen des IS aufzuhalten.
Im Nordirak, wo IS Boden gewinnt und mit brutaler Gewalt gegen Andersgläubige und Frauen vorgeht, organisieren die linken Volksbefreiungskräfte der KurdInnen die bewaffnete Gegenwehr. Sie sichern den Schutz der Gebiete und der vom IS bedrohten JesidInnen. In der kurdischen Guerilla sind viele Frauen aktiv.
Zur selben Zeit setzen bürgerliche Führer in Südkurdistan auf eine Zusammenarbeit mit dem (US-)Imperialismus, der mehr als einmal die Region in Chaos und Elend gestürzt hat.
Wir wollen gemeinsam diskutieren, wie eine Alternative zu Krieg, Unterdrückung und Ausbeutung erkämpft werden kann und welches Programm dazu nötig ist. Auch wollen wir überlegen, wie von hier aus Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf organisiert werden kann.

>>Facebook-Veranstaltung

Solidaritätsbrief an die Bahn-Streikenden

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir, die linksjugend [’solid] Aachen, erklären uns solidarisch mit eurem Kampf um bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne.

Wie in so vielen anderen Bereichen sehen wir eine krank machende Arbeitsverdichtung, die unerträgliche Ausmaße angenommen hat. Fast überall herrscht nur noch das Diktat der größtmöglichen Rendite und wachsender Konkurrenz. Auf der Strecke bleibt dabei nicht nur das Wohl der Beschäftigten, sondern auch die Sicherheit sowie die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung. Seit der Bahnreform vor zwanzig Jahren wurden 170.000 Stellen abgebaut. Die Schließung des Mainzer Bahnhofs letztes Jahr war nur die Spitze des Eisbergs, die die Folgen dieser Politik deutlich machen.

Vor diesem Hintergrund finden wir es besonders positiv, dass durch die GDL neben der mehr als gerechtfertigten Erhöhung der Löhne auch eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohn sowie eine Reihe von Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen auf die Tagesordnung gesetzt wurden. Unserer Meinung nach ist es nötig, aber auch möglich, eine große Solidarität in der Bevölkerung für euren Streik zu organisieren.

Wir gehen davon aus, dass eine Mehrheit der ArbeiterInnen und Jugendlichen die Ansicht teilt, dass Arbeit nicht krank machen darf und dass die Sicherheit und Kundenorientierung im Bahnverkehr oberste Priorität haben muss. Viele stehen der Jagd nach Profiten und dem Privatisierungswahn bei öffentlichen Dienstleistungen kritisch gegenüber. Unserer Meinung nach gehört die Bahn unter demokratische Kontrolle von Beschäftigten und der Bevölkerung, um Kundenfreundlichkeit, Sicherheit und menschenwürdige Arbeitsbedingungen zur Grundlage aller Entscheidungen zu machen. Euer Arbeitskampf kann helfen, die notwendige Debatte über eine Rücknahme von Ausgründungen und Privatisierungen wieder zu beleben.

Es gibt noch einen weiteren wichtigen Grund dafür, dass der Arbeitskampf bei der Bahn größtmögliche Unterstützung aus der Bevölkerung, aber auch aus den Gewerkschaften erhalten muss. Es darf nicht zugelassen werden, dass die schwarz-rote Bundesregierung über ein neues Gesetz zur Tarifeinheit unser aller Streik- und Koalitionsrecht einschränkt! Wenn sie damit durchkommen, wäre das ein großer Rückschritt für die gesamte Gewerkschaftsbewegung.

Das Gerede über die Tarifeinheit ist von Seiten der Regierung sowie der Bosse reine Heuchelei. Hunderte verschiedener Tarifverträge bei der DB gibt es nicht in erster Linie wegen der verschiedenen Gewerkschaften, sondern wegen der Aufsplittung der DB in mehr als 400 Tochterunternehmen durch das Management. Auch in anderen Bereichen sind Ausgründungen und Privatisierungen eine Hauptursache für den Flickenteppich von Tarifverträgen, unterschiedlicher Bezahlung und Arbeitsbedingungen. Solange dies im Interesse der Arbeitgeber ist, wird es von der unternehmerfreundlichen Regierung nicht nur nicht bekämpft, sondern sogar gefördert.

Sicher wäre es vorteilhaft, wenn alle Beschäftigten bei der Bahn in einer starken Gewerkschaft vereinigt wären, oder wenn sich die verschiedenen Gewerkschaften auf gemeinsame Forderungen und ein einheitliches Vorgehen bei der Tarifrunde einigen könnten, um mehr Schlagkraft zu erhalten. Wo dies aber nicht möglich ist, muss Wahlfreiheit für alle Beschäftigten gelten – darüber, in welcher Gewerkschaft sie sich organisieren wollen, und in der Folge auch, welcher Tarifvertrag für sie gelten soll.

Wir, linksjugend [’solid] Aachen, wollen unseren Beitrag leisten, eure Anliegen bekannter zu machen, und gegen die verdrehte Darstellung in den meisten Massenmedien die Dinge so darzustellen, wie sie sind.

Für euren Kampf wünschen wir euch viel Durchhaltevermögen und den größtmöglichen Erfolg. Wenn ihr Aktionen plant bei denen unsere Unterstützung gewünscht ist, lasst es uns bitte wissen!

Solidarische Grüße

linksjugend [’solid] Aachen

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