Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Solidaritätsbrief an die KollegInnen von Bombardier / Talbot Aachen

Wir haben durch die Medien von der – für uns überraschenden – Entscheidung der Konzernleitung erfahren, das Aachener Werk, dass seit 175 Jahren an der ehemaligen Industriemeile Jülicher Straße betrieben wird, zu schließen. Überraschend war die Meldung deshalb, weil der Betrieb satte Profite einfährt. Mit dieser Entscheidung ist die Existenzgrundlage von 600 direkt Beschäftigten, ihren Familien und unzähligen Beschäftigten der Zulieferfirmen bedroht. Das macht uns wütend!

Es macht uns wütend, dass weit über 600 Menschen in Aachen in die Arbeitslosigkeit, und viele von ihnen damit in Armut, gestürzt werden. Es macht uns wütend, dass weit über 600 Jobs für unsere Region verloren gehen – schon jetzt gehört viel Glück zur Jobsuche dazu. Es macht uns wütend, dass die Geschäftsleitung ohne jeden Skrupel ein voll ausgelastetes Werk schließen will, anstatt es auszubauen. Uns macht die Politik von Merkel und Konsorten wütend, die zugunsten von Banken und Konzernen ganze Volkswirtschaften in den Ruin treibt und Massenarmut bringt. So löst man keine Krise! So vernichtet man letztendlich Arbeitsplätze vor der eigenen Haustür, wie ihr leider erfahren musstet.

Gleichzeitig sehen wir eure Widerstandsbereitschaft. Die Forderung „Das Werk muss bleiben. Kein Arbeitsplatz darf vernichtet werden!“ ist absolut richtig. Zu viele Betriebe in unserer Region wurden abgewickelt – wir wollen nur an Gates erinnern. Deshalb freut uns aufrichtig, dass ihr kämpfen wollt. Und ihr könnt euch unserer uneingeschränkten Solidarität sicher sein!
Wir haben bereits eine Kundgebung vor der Konzernzentrale in Berlin organisiert. Wir werden eure Kundgebungen und Demonstrationen nach Kräften unterstützen. Unsere Solidarität wird nicht mit diesem Papier enden, wir stehen an eurer Seite! Denn Solidarität ist unsere Stärke!

Verantwortung trägt aber auch die Regierung. Eine wirklich umweltfreundliche Politik würde auf massiven Ausbau des Schienenverkehrs setzen. Stattdessen baut die Deutsche Bahn derzeit ihre LKW-Spedition Schenker aus.

Unserer Meinung nach sollten die Bedürfnisse von Mensch und Natur zählen, nicht die Profite der Banken und Konzerne. Deshalb werden wir uns ins Zeug legen, und euren Kampf nach Kräften unterstützen! Ein kluger Spruch sagt „Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren!“. Mit euren Protesten habt ihr euch gegen die Niederlage entschieden. Sollen die da oben doch merken, wer hier wirklich die Macht hat – ohne euch läuft nichts im Betrieb! Ein Streik könnte ein gutes Mittel sein, den Forderungen Nachdruck zu verleihen:

Nein zu Schließung von Bombardier / Talbot Aachen!
Alle Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben!

Solidarische Grüße
linksjugend [’solid] Aachen


Am 19. Oktober fand in Berlin vor der Bombardier-Zentrale eine Protestaktion statt, an der sich auch AktivistInnen der linksjugend [’solid] Aachen beteiligten. Für mehr Bilder auf das Bild klicken!