Archiv für Oktober 2012

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Solidaritätsbrief an die KollegInnen von Bombardier / Talbot Aachen

Wir haben durch die Medien von der – für uns überraschenden – Entscheidung der Konzernleitung erfahren, das Aachener Werk, dass seit 175 Jahren an der ehemaligen Industriemeile Jülicher Straße betrieben wird, zu schließen. Überraschend war die Meldung deshalb, weil der Betrieb satte Profite einfährt. Mit dieser Entscheidung ist die Existenzgrundlage von 600 direkt Beschäftigten, ihren Familien und unzähligen Beschäftigten der Zulieferfirmen bedroht. Das macht uns wütend!

Es macht uns wütend, dass weit über 600 Menschen in Aachen in die Arbeitslosigkeit, und viele von ihnen damit in Armut, gestürzt werden. Es macht uns wütend, dass weit über 600 Jobs für unsere Region verloren gehen – schon jetzt gehört viel Glück zur Jobsuche dazu. Es macht uns wütend, dass die Geschäftsleitung ohne jeden Skrupel ein voll ausgelastetes Werk schließen will, anstatt es auszubauen. Uns macht die Politik von Merkel und Konsorten wütend, die zugunsten von Banken und Konzernen ganze Volkswirtschaften in den Ruin treibt und Massenarmut bringt. So löst man keine Krise! So vernichtet man letztendlich Arbeitsplätze vor der eigenen Haustür, wie ihr leider erfahren musstet.

Gleichzeitig sehen wir eure Widerstandsbereitschaft. Die Forderung „Das Werk muss bleiben. Kein Arbeitsplatz darf vernichtet werden!“ ist absolut richtig. Zu viele Betriebe in unserer Region wurden abgewickelt – wir wollen nur an Gates erinnern. Deshalb freut uns aufrichtig, dass ihr kämpfen wollt. Und ihr könnt euch unserer uneingeschränkten Solidarität sicher sein!
Wir haben bereits eine Kundgebung vor der Konzernzentrale in Berlin organisiert. Wir werden eure Kundgebungen und Demonstrationen nach Kräften unterstützen. Unsere Solidarität wird nicht mit diesem Papier enden, wir stehen an eurer Seite! Denn Solidarität ist unsere Stärke!

Verantwortung trägt aber auch die Regierung. Eine wirklich umweltfreundliche Politik würde auf massiven Ausbau des Schienenverkehrs setzen. Stattdessen baut die Deutsche Bahn derzeit ihre LKW-Spedition Schenker aus.

Unserer Meinung nach sollten die Bedürfnisse von Mensch und Natur zählen, nicht die Profite der Banken und Konzerne. Deshalb werden wir uns ins Zeug legen, und euren Kampf nach Kräften unterstützen! Ein kluger Spruch sagt „Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren!“. Mit euren Protesten habt ihr euch gegen die Niederlage entschieden. Sollen die da oben doch merken, wer hier wirklich die Macht hat – ohne euch läuft nichts im Betrieb! Ein Streik könnte ein gutes Mittel sein, den Forderungen Nachdruck zu verleihen:

Nein zu Schließung von Bombardier / Talbot Aachen!
Alle Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben!

Solidarische Grüße
linksjugend [’solid] Aachen


Am 19. Oktober fand in Berlin vor der Bombardier-Zentrale eine Protestaktion statt, an der sich auch AktivistInnen der linksjugend [’solid] Aachen beteiligten. Für mehr Bilder auf das Bild klicken!

Solidarität mit den Beschäftigten von Bombardier in Aachen. Kampf um jeden Arbeitsplatz!

Solidaritätsbrief der linksjugend [’solid] NRW

Liebe KollegInnen,

wir haben über GenossInnen von Linksjugend [’solid] Aachen von eurem Widerstand gegen die Schließung des Talbot/Bombardier-Werks gehört.
600 Beschäftigte sollen ihre Arbeit verlieren, ihre Lebensgrundlage soll vernichtet werden. Und das, obwohl das Werk ausgelastet ist!
In Südeuropa ereilt hunderttausende KollegInnen das selbe Schicksal. Für die Profitraten der Banken und Konzerne sollen sie den Kopf hinhalten. Das ist das grausame Prinzip im Kapitalismus – während die einen Millionen und Abermillionen scheffeln, werden die anderen ausgepresst wie Zitronen.

Wie sie wehrt auch ihr euch zurecht dafür, den Kopf für etwas hinzuhalten, was man nicht selber verbrockt habt.

Unsere volle Solidarität gilt eurem Abwehrkampf, euren Mahnwachen und Demonstrationen! Natürlich auch, wenn ihr die nächsten Schritte geht, in einen Arbeitskampf zieht und Streiks organisiert! Wir werden weiterverbreiten, was bei euch passiert. Macht weiter so!

Wir fordern den Erhalt des Werks und den Erhalt aller Arbeitsplätze!
Wir zahlen nicht für die Krise der Banken und Konzerne!

Solidarisch,

LandessprecherInnen-Rat von Linksjugend [’solid] NRW

Solidaritätsbrief an die AktivistInnen des Refugee Protest March

Liebe AktivistInnen,
Wir verfolgen und unterstützen den „Refugee Protest March“, die Camps, Proteste und Aktionen und den Kampf gegen die rassistischen Ausländergesetze. Wir sind begeistert von eurem Mut und eurer Kraft! Besonders gefreut hat und die großartige Solidarität bei der Demonstration in Berlin, an der über 8000 Menschen teilgenommen haben.
Gleichzeitig mussten wir mit viel Wut die Angriffe der Polizei insbesondere im Zuge der Besetzung der nigerianischen Botschaft wahrnehmen. Es ist ein Skandal, dass Menschen, die sich gegen menschenverachtende Abschiebungen und rassistische Ausländergesetze zur Wehr setzen, mit Pfefferspray und Schlagstöcken angegriffen und brutal festgenommen werden. Diese Angriffe zeigen aber auch, dass die da Oben Angst bekommen haben – dass die Bewegung auf dem richtigen Weg ist! Und auch hier hat sich gezeigt, wieviel aktive Solidarität Wert ist – schließlich wurden die Festgenommen erst durch den massiven Druck einer Demonstration mit über 1000 Menschen wieder freigelassen.
Leider befinden wir uns in Aachen am anderen Ende Deutschlands und konnten nicht vor Ort teilnehmen, haben aber in einem Protestbrief versucht, die zuständigen Behörden unter Druck zu setzen. Und natürlich werden wir weiter aktiv bleiben, bis alle Forderungen erfüllt und alle rassistischen Ausländergesetze abgeschafft sind! So beispielsweise am Samstag, wo in Aachen eine Kundgebung gegen Abschiebungen und staatlichen Rassismus stattfindet.
Wir wünschen euch weiterhin viel Kraft – und Erfolg!

Solidarische Grüße
linksjugend [’solid] Aachen

Infos:
Bericht zur Demo am Samstag in Berlin | Kundgebung kommenden Samstag in Aachen | Presseerklärung der BesetzerInnen | Protestbrief | Bericht zur Besetzung und Soli-Demo

Ergänzung1:
Am 16. Oktober wurde dieses Solidaritäts-Foto im Rahmen einer Veranstaltung gemacht. Auf einem Schild ist zu lesen: „Ob Athen, Marikana oder Berlin: Unsere Solidarität gegen ihre Repression!“. In Marikana (Südafrika) verübte die Staatsgewalt ein Massaker an streikenden ArbeiterInnen, in Athen wurden kürzlich AntifaschistInnen auf der Polizeiwache gefoltert.

Auf einem anderen Schild wird dazu aufgerufen, am Samstag an der Kundgebung in Aachen gegen Abschiebungen und staatlichen Rassismus teilzunehmen (14h, Markt).

Im Laufe der Woche werden GenossInnen das Protestcamp in Berlin besuchen.

Ergänzung2:
Dieses Bild ist beim Besuch einiger GenossInnen im Refugee Protest Camp am Oranienplatz in Berlin entstanden. Die AktivistInnen haben sich ziemlich über die Solidarität aus dem tiefsten Westen gefreut!

Protestbrief: Gegen die Kriminalisierung des Refugee Protest March – Nein zu Gewalt gegen legitimen Protest!

Die linksjugend [’solid] Aachen protestiert auf entschiedenste gegen jegliche Kriminalisierung des „Refugee Protest March“, eine Bewegung von Asylsuchenden und Solidarischen, die die Lebenssituation von Flüchtlingen in Deutschland verbessern möchte. Und das ist bitter nötig: Die Bedingungen, unter denen Flüchtlinge in Deutschland leben müssen, sind skandalös.
Wir fordern die zuständigen Behörden auf, jegliche Repression gegen die AktivistInnen sofort zu beenden! Insbesondere im Zuge der Besetzung der nigerianischen Botschaft in Berlin wurden etwa 30 AktivistInnen brutal festgenommen, viele weitere verletzt. Erst auf den Druck durch eine entschlossene Solidaritätsdemonstration von über 1000 UnterstützerInnen wurden sie wieder freigelassen.
Wir unterstützen die berechtigten Forderungen der AktivistInnen! Abschiebungen sind Verbrechen – es muss einen sofortigen Abschiebestopp geben! Das Recht auf Bewegungsfreiheit muss auch für Flüchtlinge gelten – weg mit der Residenzpflicht! Die Isolation muss aufhören – Flüchtlingslager gehören abgeschafft!
Wir werden das skandalöse Verhalten der Polizei weiter veröffentlichen und auch außerhalb von Berlin wird der Protest weitergehen, bis alle Forderungen erfüllt und die rassistischen Ausländergesetze abgeschafft sind.

linksjugend [’solid] Aachen, 16. Oktober 2012