Sexismus bekämpfen! Für Emanzipation kämpfen!

Sexismus bekämpfen! Für Emanzipation kämpfen!
Veranstaltungen, Aktionen und eine Feier zum Frauen*kampftag in Aachen

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Aktionen und Bewegungstermine
14.2.: One Billion Risingu
Zusammen mit vielen anderen Gruppen organisieren wir eine Kundgebung mit Tanz am Elisenbrunnen. Los gehts
um 17:00 Uhr. Mehr Infos: obraachen.blogsport.de

15.2.: Antisexistischer Walk
Wir laden dich ein zu einem Stadtrundgang. Dabei möchten wir jegliche Form von Sexismus, die uns begegnet, dokumentieren. Dazu gehört: Sexistische Außenwerbung, sexistische Schaufenstergestaltung, dumme Sprüche… Wir hoffen, dass uns möglichst wenig begegnet – aber die Realität wird wahrscheinlich anders aussehen. Auch wenn viele es (verständlicherweise) machen: Man darf sich an den alltäglichen Sexismus nicht gewöhnen!
Wir treffen uns um 18:00 Uhr (pünktlich sein) am stinkenden Brunnen am Elisenbrunnen Aachen.

8.3.: Frauen*kampftag
Um 17:30 wehren wir uns mit einer Kundgebung am Aachener Elisenbrunnen gegen sexistische Diskriminierung.
Im Anschluss wird es ab 19:00 Uhr im Linken Zentrum Aachen (Augustastraße 69) eine Feier geben.

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Info- und Diskussionsveranstaltungen
Sie finden alle statt um 19 Uhr im Linken Zentrum Aachen (Augustastraße 69).
Interessierte sind herzlich eingeladen! Mehr Infos auf der Rückseite.

6.2. | Sexismus im Alltag und die klassischen Rollenbilder
Die Frau steht am Herd, der Mann geht das Geld verdienen? Der Mann ist der starke Ernährer der Familie, die Frau sorgt für die Kinder und wird nicht nach ihrer Meinung gefragt? Viele klassische Rollenbilder existieren noch heute in den Köpfen der Menschen.
Doch woher kommen diese sexistischen und oftmals frauenverachtenden Bilder? Wie erreicht man es, in der Gesellschaft endlich davon abzurücken und eine echte Gleichberechtigung zu schaffen? Und inwieweit berührt und Sexismus im Alltag, auf der Arbeit oder sogar Zuhause?
Gemeinsam mit Dir wollen wir über Rollenbilder und Sexismus im Alltag reden. Wir möchten uns damit auseinandersetzen und Deine Erfahrungen hören, Strategien zur Veränderungen diskutieren und zusammen dem Ziel einer Welt ohne Sexismus ein Stück näher zu kommen.. Denn auch hier gilt: Wer schweigt, stimmt zu.

13.2. | Sexismus, Übergriffe und Gewalt
In Deutschland wird statistisch gesehen jede dritte Frau Opfer von Übergriffen – oftmals vom eigenen Partner oder anderen Angehörigen. Die meisten dieser Übergriffe geschehen dabei in den eigenen vier Wänden: Durch den Partner oder andere nahe Angehörige. Trotzdem wird sexualisierte Gewalt oft als etwas dargestellt, was „von außen“ kommt: Fremde Männer, die in Parks auf wehrlose Frauen warten, um sich an ihnen zu vergreifen. Oder Geflüchtete, die allesamt Vergewaltiger seien. Die Realität sieht natürlich anders aus.
Wie kommt es eigentlich dazu, dass manche Menschen übergriffig werden? Wie geht die Gesellschaft mit Tätern und Opfern um, wie könnte ein besserer Umgang aussehen? Diese und andere Fragen wollen wir gemeinsam diskutieren und versuchen, Antworten zu finden und Strategien gegen Sexismus zu erarbeiten.

27.2. | Sexismus in der Arbeitswelt
Frauen bekommen in Deutschland im Schnitt etwa 21% weniger Lohn als Männer, im gleichen Job liegt die Lohndifferenz immer noch bei ca. 6%. Diese Differenz wird „Gender Pay Gap“ genannt.
Woher kommen diese krassen Unterschiede in der Bezahlung? Wozu führen sie? Und wie kämpfen wir dagegen?
Diese Fragen wollen wir mit euch diskutieren.

6.3. | Unser Feminismus
Die herrschende Politik vertritt die Meinung, dass die Gleichberechtigung von Frauen bereits erreicht sei. Frauen als Kanzlerin und Kriegsministerin seien der Beweis.
Doch 21% Lohnunterschied, sexistische Rollenbilder und sexualisierte Gewalt sprechen eine deutliche Sprache: Es besteht noch viel Nachholbedarf. Viele Frauen erleben – trotz formeller Gleichstellung – täglich sexistische Diskriminierung.
Wir kämpfen für eine echte Gleichbehandlung! Zu unserem Feminismus gehört der Kampf für soziale Sicherheit, für wirtschaftliche Gleichstellung, für ausreichende Kinderbetreuung, für Frauenhäuser und eine reelle Wahlfreiheit.
Was bedeutet das? Helfen da Frauenquoten und mehr Frauen in Führungspositionen? Wir wollen darüber diskutieren, wie Frauen und Männer gemeinsam eine Welt frei von Ausbeutung, Unterdrückung und Ungleichbehandlung erreichen können.

13.3. | Auswertung der Feminismus-Kampagne
Hier werten wir die Feminismus-Kampagne gemeinsam aus und wollen nächste Projekte planen. Komm‘ auch hier vorbei, bring‘ Dich ein und kämpf‘ mit uns für eine bessere Zukunft!

Mahnwache gegen Repression

Mahnwache gegen Repression am Samstag (3. Februar) von 14 Uhr bis 18 Uhr am Münsterplatz (Platz vor dem Dom).

Seit Montag, dem 22.01.2018 sitzen neun Aktivist*innen aus dem Hambacher Forst auf unbegrenzte Zeit in Untersuchungshaft (Blog der Aktivist*innen).
Nicht nur, dass nach dem G20-Gipfel immer noch Akitivist*innen in Gewahrsam oder teilweise zu drakonischen Strafen verurteilt worden sind, es wurden auch zahlreiche Wohnungen und linke Freiräume durchsucht. Dafür reicht den Gerichten teilweise die Teilnahme an Demonstrationen, in denen sich Gewalttäter*innne befunden haben sollen (Infos bei Indymedia und bei TAZ).
Der deutsche Staat wirkt gegen kurdische Linke wie Erdoğans verlängerter Arm: Aktivist*innen werden verfolgt, wenn sie Symbole ihrer Organisationen zeigen, immer wieder werden ihre Demonstrationen attackiert und Menschen deswegen vor Gericht gezerrt. (mehr Infos zu Verfolgung kurdischen Linken)
Und selbst für das Retten genießbarer Lebensmittel aus Supermarkt-Mülltonnen werden Menschen verfolgt. (mehr Infos zu Reprossionen gegen Containern)

Diejenigen, die hier verfolgt werden, kämpfen für den Fortschritt! Deswegen: Kommt vorbei und zeigt mit uns eure Solidarität mit allen fortschrittlichen politisch Verfolgten des deutschen Staates!

Der Seminartag der linksjugend [’solid] Aachen

Der Seminartag der linksjugend [’solid] Aachen ==> FaceBook
am 27. Januar ab 11 Uhr in dem Linken Zentrum (Augustastraße 69, Aachen)

Da wir in der letzten Zeit immer wieder über viel zu viele spannende Themen diskutieren wollten, haben wir uns entschieden, einen Seminartag zu organisieren, um genug Zeit zu haben, sich über die einzelnen Fragen genauer auszutauschen. Wer Interesse und Zeit hat, kann sich uns gerne anschließen und ihre*seine Meinung beisteuern.

Programm:
(Es wird voraussichtlich immer zwei parallele Diskussionen geben, kann sich aber noch ändern ;) )

11 bis 13Uhr
1) Wie funktioniert Kapitalismus?
2) Crypto-Währung – Bitcoins, was ist das und welche Folgen hat das?

14:30 bis 16:30
1) Was ist Sozialismus?
2) Antisemitismus – früher und heute

17 Uhr bis 19Uhr
1) Wie organisieren wir effektive sozialistische Propaganda?
2) Staat: bürgerliche vs. marxistisch Theorie

Im Anschluss wird es einen Spieleabend oder eine alternative Stadtführung geben – wenn Ihr dabei seid, dürft Ihr entscheiden, was cooler ist.

Da der 27. Januar gleichzeitig der Jahrestag der Befreiung von Auschwitz ist, wollen wir in der Mittagspause zum Gedenken der sechs Millionen Holocaust-Opfer symbolisch einige Stolpersteine putzen. Für diese Gedenkaktion treffen wir uns um 13:15 am Pastorplatz. ==> FaceBook

Fast 13% Für die AfD : Jetzt den Widerstand organisieren!

Liebe Genoss*innen und Freund*innen,

beinahe 13% für die AfD sind einfach nur übel. Auch wenn viele die Partei sicher nicht wegen ihres Rassismus, Sexismus und ihrer unsozialen Politik gewählt haben (nach Umfragen haben weniger als ein Drittel der AfD-Wähler*innen die Partei aus Überzeugung gewählt – dem Rest ging es darum, Protest gegen die vorherrschende Politik zu zeigen): So wurden knallharte Rechte und auch einige Neonazis in den Bundestag gewählt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die AfD die Ressourcen nutzen wird, um auch in Aachen ein Büro zu eröffnen.

Wir wollen unser Treffen am Dienstag unter anderem dazu nutzen, a) die Wahl gemeinsam zu analysieren, aber auch, um b) den Widerstand gegen die aufstrebende Rechte und die Ursachen zu organisieren. Kommt deswegen alle zum Treffen und bringt euch ein! Spätestens jetzt ist es Zeit, sich einzumischen und aktiv zu werden!

STAAT KRIMINALISIERT ANTIFASCHIST*INNEN --- Hartz IV-Empfänger soll über 6000€ zahlen – Solidarität nötig

STAAT KRIMINALISIERT ANTIFASCHIST*INNEN
Hartz IV-Empfänger soll über 6000€ zahlen – Solidarität nötig

Am Mittwoch, den 24. Mai 2017, wurde ein Antifaschist und Aktivist der Aachener linksjugend [’solid]-Gruppe vor dem Kölner Landgericht verurteilt. Das Gericht bestätigte damit im Wesentlichen ein Urteil des Kölner Amtsgerichts aus dem Oktober 2016, gegen das der Betroffene widersprochen hatte. Dieses folgte weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft und zweier Polizisten, die als Nebenkläger aufgetreten waren. Begründete Zweifel an der Rechtmäßigkeit wurden außer Acht gelassen. Wir haben unseren Genossen in der juristischen Auseinandersetzung unterstützt und werden auch darum kämpfen, die Strafe und weitere Kosten kollektiv zu tragen. Das Urteil und das ganze Verfahren zeigt: Der Staat ist nicht nur kein Verbündeter im Kampf gegen Rechts, er behindert aktiv antifaschistisches Engagement und geht mit aller Härte gegen Antifaschist*innen vor. Um so dringender gilt: Unsere Solidarität gilt dem betroffenen Genossen.

WAS WAR GESCHEHEN?
Am 26. Oktober 2014 marschierten mehrere tausend Neonazis und rechte Hooligans in Köln auf. Sie nannten sich „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), zeigten dabei aber schnell, dass sie ein übler Haufen von Neonazis waren, die in ihrer Ideologie mit Salafisten und ähnlichen Reaktionären sehr viel gemein haben. Am Ende gab es Randale, mehrmals wurde versucht, Gegendemonstrant*innen anzugreifen. Offiziell wurden an dem Tag 59 Polizist*innen verletzt, mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt, eines umgeschmissen.
Der Staat wusste über das Aggressions- und Mobilisierungspotenzial von HoGeSa bestens Bescheid (bezahlt er doch nicht wenige von ihnen als „Spitzel“ des Verfassungsschutzes). Trotzdem schickte er eine Untermacht an Polizist*innen.
Ein Jahr später, am 25. Oktober 2015, wollte HoGeSa in Köln ein Comeback feiern. Antifaschist*innen riefen zu Massenprotesten und Blockaden auf. Unter diesem Druck verhängten Gerichte ein Demonstrationsverbot für die Neonazis, erlaubten ihnen aber eine Standkundgebung. An den Protesten gegen HoGeSa beteiligten sich 15.000 Menschen, tausende von ihnen an Blockaden. Zu HoGeSa kamen etwa 1000.

POLIZEIGEWALT BEI PROTESTEN GEGEN HOGESA
Bei diesen Protesten hat die Polizei vereinzelte Auseinandersetzungen (die auch nicht alle von Antifaschist*innen ausgingen – oft blockierten diese Bahnsteige, und Neonazis versuchten sich gewalttätig einen Weg zu bahnen) als Anlass genommen, die Proteste als Ganzes zu kriminalisieren. Die Kundgebungen und Blockaden wurden abgefilmt, was einzelne Antifaschist*innen zum Anlass nahmen, sich zu vermummen, um ihre Identität zu schützen. Das wiederum nahm die Polizei zum Anlass, wiederholt unsere Aktionen anzugreifen. Das ging so weit, dass sogar mit Wasserwerfern in die Menge geschossen wurde. Entsprechend aufgeheizt war die Stimmung.
Die Neonazis standen sich abseits jeder Öffentlichkeit die Beine in den Bauch und gaben schließlich verfrüht auf. Das wurde mit einer großen antifaschistischen Demo zum Kölner Hauptbahnhof gefeiert. Auch hier ließ die Polizei nicht von ihren ständigen Provokationen ab. Am Hauptbahnhof angekommen wollten wir eigentlich nur noch auf unsere Züge warten, doch die bisherige Bilanz reichte der Polizei offenbar noch nicht. So wurden immer wieder Wartende eingekesselt, angegriffen und mehrere Antifaschist*innen teils mit massiver Gewaltanwendung herausgezogen.
Trotzdem werten wir die Proteste gegen HoGeSa als Erfolg: Wir waren 15 mal so viele wie die Neonazis, sie haben kaum Öffentlichkeit bekommen. Hätte die Polizei sich herausgehalten, hätten die Neonazis wahrscheinlich nichts durchführen können. Hätte die Polizei nicht nach Kräften provoziert, hätte es kaum oder keine Festnahmen gegeben. Wieder einmal hat die Polizei gezeigt, dass sie größtes Interesse daran hat, aktiven Antifaschismus zu behindern. Damit spielen sie Neonazis in die Hände.

VERHAFTUNG WEGEN EINEM ANGEBLICHEN MITTELFINGER

Betroffen von den Übergriffen am Hauptbahnhof war auch ein Genosse der Aachener linksjugend [’solid]-Gruppe. Ohne erkennbaren Grund stürmte eine Gruppe Polizist*innen vor und zerrte unseren Genossen aus einer Gruppe heraus. Der Rest der Menge wurde nach hinten geprügelt. Unser Genosse wurde von mehreren voll ausgerüsteten Polizisten auf dem Boden fixiert. Erst später hat er den Vorwand für diese Festnahme erfahren: Er soll einen Polizisten beleidigt haben, indem er einen Mittelfinger hob.
An einem Tag, wo die Polizei Tausende durch Abfilmerei eingeschüchtert hatte, Hunderte mit Wasserwerfern, Pfefferspray, Schlagstöcken, Tritten oder Schlägen traktiert hatte, Dutzende mit Schimpfworten beleidigt hat, soll dieser Mittelfinger unangemessen gewesen sein.
Auch juristisch ist dieser Vorwurf nicht haltbar, denn aus dem Protest heraus wurden mehrere Mittelfinger gezeigt. Bei der erlebten Polizeigewalt an diesem Tag ist das nur zu verständlich – hier ging es nicht um die individuelle Beleidigung von Polizist*innen, sondern um das Agieren der Polizei gegen Antifaschist*innen. Das wurde durch Parolen unterstrichen. Selbst wenn unser Genosse tatsächlich diesen Mittelfinger gezeigt hätte, ging es nicht um eine Beleidigung, sondern um einen Ausdruck der Ablehnung von Staatsgewalt.

WIE DIE POLIZEI KOMMUNIZIERT HABEN WILL
Im Prozess behauptete einer der Polizisten, unseren Genossen „angesprochen“ zu haben. Er hätte wegen der „Beleidigung“ seine Personalien aufnehmen wollen. Die Polizei behauptet öffentlich gerne, „verhältnismäßig“ zu agieren. Ist es „verhältnismäßig“, wegen einem erhobenen Mittelfinger mit einer Gruppe Vermummter mit gezücktem Schlagstock auf Menschen loszurennen, die den ganzen Tag bereits Polizeigewalt erlebt haben? Hätte man „nur“ seine Personalien feststellen wollen, wäre man ruhig zu ihm gegangen. Eine Ansprache war aber gar nicht möglich: Es war dauerhaft lautes Geschrei.
Stattdessen wurde die gewalttätige Eskalation herbeigeführt. Der Pulk Polizist*innen in Kampfmontur ist auf die Gruppe Antifaschist*innen losgestürmt, unser Genosse wurde sofort nach hinten und zu Boden gerissen, andere Antifaschist*innen weggeknüppelt, -geschlagen und -getreten.
Im Verlauf des Prozesses verwickelte sich die Klägerseite dann auch in Widersprüche, behauptete, es hätte vielleicht keine Ansprache gegeben, aber eine „nonverbale“ Kommunikation stattgefunden. Für den Richter gab das keinen Anlass, die Glaubhaftigkeit der Polizisten anzuzweifeln – Cops wird vor Gericht einfach geglaubt. Selbst die UNO kritisiert Deutschland für ihren laxen Umgang mit Polizeigewalt.

GEWALTVORWURF WIRD UMGEKEHRT
Bei seiner Festnahme hat unser Genosse Panik bekommen und hat daher mit Armen und Beinen um sich gerudert. Angeblich soll ein Polizist dabei einen blauen Fleck abbekommen haben, einem anderen soll eine Sehne am kleinen Finger gerissen sein. Da er die Festnahme weiter durchführen konnte, bezweifeln wir, dass die Verletzung tatsächlich dabei passiert ist – wo ist der Beweis, dass dies bei der Festnahme unseres Genossen und nicht beim Verprügeln von Antifaschist*innen oder irgendwann später passiert ist?
Einer der Polizisten hat sich etwa sechs Wochen krankschreiben lassen, bis heute ist die Bewegungsfähigkeit seines kleinen Fingers angeblich eingeschränkt.

EXTREMES STRAFMASS – SOLIDARITÄT NÖTIG

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Strafe von 160 Tagessätzen wegen Beleidigung, Widerstand gegen Staatsgewalt und gefährlicher Körperverletzung. Die beiden angeblich „geschädigten“ Polizisten forderten außerdem Schmerzensgeld und Schadensersatz (auf Grund entgangener Überstundengelder während des Krankenstandes) in Höhe von 4000 Euro.
Der Richter verurteilte unseren Genossen in erster Instanz zu einer Strafe von 100 Tagessätzen sowie den etwa 4000€ für die beiden Polizisten, in der zweiten Verhandlung wurde die Strafe auf 80 Tagessätze reduziert. Darüberhinaus muss er die Prozesskosten und die Anwaltskosten der beiden Nebenkläger zahlen. Er ist Hartz IV-Empfänger und muss einen Tagessatz von 10€ zahlen. Inklusive der Kosten für seinen eigenen Anwalt macht das Kosten von über 6000€. Wie ein Hartz IV-Empfänger das jemals abstottern soll (zumal Zinsen aufgeschlagen werden) bleibt offen.

ANTIFASCHIST*INNEN WERDEN KRIMINALISIERT
Bei jeder Antifa-Demo taucht eine Übermacht an Polizei auf. Oft werden solche Demos im Spalier eingekesselt. Der Gesellschaft wird so vermittelt es handele sich um gefährliche Gewalttäter*innen.
Anders dagegen bei Naziaufmärschen und -Aktivitäten, und das trotz einer Bilanz von mindestens 179 Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 – darunter Migrant*innen, Linke und auch einige Polizist*innen. Insbesondere seit HoGeSa, PEGIDA und anderen großen rechten Mobilisierungen sind die Zahlen rechter Übergriffe und Anschläge dramatisch in die Höhe geschossen. Ist man freundlich gewillt, könnte man den Polizeioberen unterstellen, sie würden die Gefahr, die von Neonazis ausgeht, unterschätzen. Oder aber man könnte meinen, sie würden den Faschist*innen bei ihrem Terror gegen Migrant*innen und Linke bewusst freie Hand lassen.
So gibt es dokumentierte Fälle, wo Polizeibeamte, die konsequent gegen Rechts vorgingen, zwangsversetzt wurden.

NEONAZIS KONSEQUENT ENTGEGENTRETEN

Wo Neonazis auftauchen, ist Gewalt gegen Migrant*innen, Jüdinnen*Juden, Muslima*Muslime, Frauenrechtler*innen, LGBTIQ*, Linke und alle anderen, die nicht in das begrenzte Weltbild der Faschist*innen passen, nicht weit. Denn Terror ist ihr Programm. Wir bekämpfen Faschist*innen durch Massenaktionen, machen ihnen durch Blockaden die Straßen streitig und rufen zur Solidarität aller Betroffenen und im Kapitalismus Benachteiligten auf.
Wir bekämpfen rechte Tendenzen, indem wir die Verantwortlichen für Probleme wie Arbeitslosigkeit, Wohnraummangel und die vielen anderen Probleme, die der Kapitalismus schafft, benennen und bekämpfen: Banken, Konzerne, ihre Politiker*innen und ihr System.

ALTERNATIVEN BENENNEN
Vor allem schaffen wir positive Anknüpfungspunkte für wütende Menschen, die auf der Suche nach Alternativen sind. Unsere Alternative heißt Widerstand gegen jede Verschlechterung, aktiver Kampf für demokratischer Rechte, Jobs, Wohnraum, Soziales, gleiche Rechte für Alle. Deswegen organisieren wir Klassenkampf mit dem Ziel, den Kapitalismus zu überwinden und eine sozialistische Welt aufzubauen, die in der Lage sein wird, die Bedürfnisse aller Menschen zu befriedigen.

SOLIDARITÄT MIT ALLEN ANTIFASCHIST*INNEN
Andere Antifaschist*innen haben andere Herangehensweisen. Wir sind solidarisch mit allen, die Neonazis auf ihre Weise bekämpfen. Dabei verurteilen wir physische Gewalt nicht, weil sie das erklärte Ziel verfolgt, das Erstarken und damit kommende Gewalt von Neonazis zu verhindern. Würde der Staat, wie er gerne behauptet, Neonazi-Aktivitäten konsequent bekämpfen und die „volle Härte des Rechtsstaats“ gegen sie walten lassen, wäre es nicht nötig. Die Realität sieht jedoch anders aus. So ist antifaschistischer Selbstschutz nötig, und wir sind solidarisch mit allen, die antifaschistischen Selbstschutz, auch präventiv, gestalten. Gleichzeitig rufen wir alle Genoss*innen auf, sehr genau zu schauen, wann welche Aktion angemessen ist, ob sie kommunizierbar ist und wen sie – möglicherweise gegen deren Willen – einbezieht.

linksjugend [’solid] Aachen, 8. August 2017

Quellen:

Krawall-Bilanz von HoGeSa 2014: hier

Mindestens 179 Todesopfer rechter Gewalt seit 1990: hier

Polizeibeamte werden zwangsversetzt: hier

Zahlen zu rechten Übergriffen seit HoGeSa und PEGIDA: hier

Bilanz HoGeSa 2015: hier

Artikel zum Umgang Deustchlands mit Polizeigewalt: hier

* Wir wollen mit dem Sternchen darauf hinweisen, dass es mehr als zwei biologische Geschlechter gibt und noch viele weitere gefühlte Geschlechter (gender) hinzukommen.

* LGBTIQ: Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Inter-sexuelle, Queere Personen.

Hier ist Solidarität und Spendenbereitschaft gefragt. Organisiert Soli-Konzerte, verkauft beim Stadtfest Kuchen, sammelt Spenden. Getroffen hat es einen, gemeint sind wir alle. Also sollten wir auch alle solidarisch das Geld aufbringen!

Überweist Geld bitte auf folgendes Konto:
IBAN: DE76 4306 0967 4075 4819 01 ★ BIC: GENODEM1GLS
Kontoname: Linksjugend NRW ★ Betreff: Repression Aachen

Oder bringt Geld zum Treffen der linksjugend [’solid] Aachen: Jeden Dienstag um 19 Uhr im Linken Zentrum Aachen, Augustastraße 69.